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Viele Grüße aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Hier am Golf von Oman ist super schönes Wetter, d.h. uns geht es hier in Fujairah sehr gut.
Wie in der Überschrift schon erläutert, rennt die Zeit ohne Ende und der erste Monat ist hier in den Emiraten auch schon wieder vorüber.
Für einige, die nicht wissen was wir hier machen, eine kurze Erklärung: Seit 2003 gibt es in den VAE ein Projekt, welches den Aufbau der Feuerwehr hier im Lande voran bringen soll. Dabei werden die Feuerwehren nach deutschem und österreichischem Standard aufgebaut sowie ausgebildet. Um dies umzusetzen, werden hier deutsche und österreichische Feuerwehrleute mit unterschiedlichsten Ausbildungen meistens für 2 Jahre eingestellt. Matthias und meine Wenigkeit beschlossen daher Mitte des letzten Jahres uns für dieses Projekt zu bewerben, was auch ziemlich schnell ging. Im November hatten wir dann per Skype ein Vorstellungsgespräch, wobei wichtige Sachen wie die englische Sprache und vor allem Feuerwehrgrundlagen abgefragt wurden. Bereits nach dem Gespräch bekamen wir die Zusage für unser Abenteuer. Danach ging dann alles sehr schnell, viele Unterlagen unterschreiben, ausfüllen und die notwendigen Sachen in Deutschland klären bzw. Koffer packen. Kurz vor Weihnachten hieß es dann, es geht in der ersten Januar Woche los und unser Ziel lautet Quick Intervention Unit Fujairah.
Fujairah liegt im Osten der Emirate und ist auch ein eigenständiges Emirat. Die Quick Intervention Unit ist der Abu Dhabi Police unterstellt und ist neben der Civil Defence eine Art schnelle Eingreiftruppe. Am 07.01.2012 ging dann unser Flieger vom Flughafen Frankfurt am Main nach Dubai. Hier wurden wir von unseren Chef abgeholt und bezogen dann in der Nacht unsere Unterkunft, diese befindet sich ganz in der Nähe unserer Wache, wobei hier alle deutschen Kollegen eine eigene Wohnung besitzen.
Der erste Tag bestand dann erst einmal im Ausruhen und Wohnung putzen (ja hier gibt es sehr feinen Sand und er kommt durch jede Ritze). Natürlich haben wir auch die Wache besucht und uns mit den neuen Kollegen vertraut gemacht. Dann ging es am Montag, dem 09.01. auch schon auf Tagschicht, das heißt von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr arbeiten um die Abläufe auf Schicht kennenzulernen. Dies war in den ersten beiden Wochen auch von Sonntag bis Donnerstag das gleiche, ach ja hier ist das Wochenende von Freitag bis Samstag sprich der Freitag ist hier wie unser Sonntag. In unserer Freizeit haben wir dann die Umgebung abgecheckt und waren auch dass eine oder andere Mal am Strand, ach ja das Wetter ist hier natürlich sehr schön, so um die 25°C die letzten Wochen.
Bevor wir dann auf 24h Schicht konnten, mussten wir noch zum Medizin-Check und dafür mussten wir erst nach Abu Dhabi. Dieses Abenteuer nahmen wir am 15.01. auf uns und dazu sei gesagt Deutschland mit seinen vielen Zetteln wird hier in den Emiraten um Längen geschlagen. Für jeden Zettel ein Passbild und für jeden Tropfen-Blut, Urin oder Röntgenaufnahme eine Unterschrift mit Zettel dazu. Naja wie uns gesagt wurde, kann dieser Check bis zu 7h dauern aber dank unseres Kollegen aus RAK, welcher gute Kontakte hatte, waren wir nach 2h raus, juhu. Nun hieß es warten auf die Zusage bestanden oder nicht, bereits 4 Tage später kam Entwarnung, bestanden, wir dürfen endlich auf Schicht.
Zum Schichtsystem ist zusagen, dass wir 24h arbeiten und danach 2 Tage frei haben. Matthias begann seinen Arbeitsalltag am 22.01. auf Schicht C und ich einen Tag später auf Schicht A. Auf den Schichten sind immer 4 Deutsche, davon 2 Supervisor (Zugführer) und 2 Firefighter dazu noch einige einheimische Firefighter und Supervisor. Die Fahrzeuge werden hier von Berufskraftfahrern gelenkt, was mich natürlich weng ärgert, aber was soll´s, fahren können die auch mit verschlossenen Augen. Eingesetzt werden wir beide als Angriffstrupp oder Wassertrupp auf dem HLF oder TLF jeweils mit einem einheimischen Firefighter.
Wir machen hier auf Schicht neben den Fahrzeugkontrollen auch die Überprüfung der restlichen Technik und 2mal am Tag Ausbildung, d.h. wir versuchen unsere Erfahrungen mit den vorgegebenen Unterlagen an die Lokals weiterzugeben und das alles auf Englisch, auch die Einsätze. Zurzeit sind wir dabei, HAZMAT-Training (auf Deutsch Gefahrgut) zu übermitteln, dazu ist auch gesagt wir sind hier nur als Beraterfunktion tätig, auch unser Supervisor gibt nur Hilfestellung bei den Einsätzen.
Zum Tagesgeschäft gibt es sonst nicht viel zu sagen wir haben an den Fahrzeugen vor allem am Hubsteiger (P56 von Metz) eine Ausbildung bekommen, was an den weiteren folgt und weiterhin sind wir jetzt so kleine Atemschutzgerätewarte, um alles abzurunden: wir sind Allroundtalente. Was alle brennend interessiert, wir fahren auch Einsätze und wie einige sich denken können, bin ich da auch sehr erfreut darüber, wenn die Alarmklingel geht. Dazu kurz eine Auflistung: Wohnungsbrand, mehrere Pkw-Brände, Containerbrände, feststeckender Fahrstuhl und auch Fehlalarm also von allem was. Ein Steckenpferd von uns beiden, die technische Hilfeleistung kommt hier leider etwas zu kurz weg, aber wir lassen uns überraschen.
Zur vorhandenen Technik in der Quick-Wache Fujairah-Sakamkam:
ELW, 2x HLF 30/20, TLF 30/70, Hubsteiger P56, Drehleiter L54, GWG, GWA, 2x RTW und einige Spielzeuge.
Ich denke für den ersten Monat war das schon genug Input, weitere Berichte folgen.
Mit kameradschaftlichem Gruß vom Golf von Oman
Die Firefighter Martin und Matthias
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